Zurück aus der Zukunft

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Indiens Premierminister Modi will das Bargeld abschaffen. Jetzt müssen nur noch seine Bürger mitmachen.

Fiona Weber-Steinhaus

Es ist der 11. November 2016. An einer staubigen Hauptstrasse im Dorf Dhasai im Süden Indiens drängen sich etwa tausend Menschen vor einer Bankfiliale. «Bitte, bitte geht nach Hause», fleht die Managerin, eine rundliche Frau mit hennagefärbten Haaren und einem rotgoldenen Bindi auf der Stirn. Sie beginnt Nummern auf Papierschnipsel zu kritzeln und drückt sie den Menschen in die Hand. Wartelistenplätze für die Schlange. Sie versucht das Chaos zu ordnen. Die Menschen wollen, was ihnen gehört. 

Die zwei Scheine in ihren Taschen, der rotbraune 500-Rupien-­Schein und der waldgrüne 1000-Rupien-Schein, beide knapp 7 cm breit, 10 cm lang und mit dem Gesicht von Mahatma Gandhi bedruckt, sind nicht mehr gültig. Die Menschen wollen die Papierschnipsel umtauschen. 

An diesem Tag aber erhalten die meisten keine neuen Scheine. Auch nicht am darauffolgenden Tag. Als der Morgen graut, stellen sie sich trotzdem wieder an. Sie gehen erst, als die Nacht anbricht. Für die nächsten Wochen wird das überall in Indien so sein. Hunderte Meter lange Schlangen vor EC-Automaten, alte Menschen kollabieren nach stundenlangem Warten. Leiharbeiter erhalten ihren Lohn nicht, die Chefs können sie nicht bezahlen. Bauern werfen frisches Obst und Gemüse weg, Fischer müssen ihren Fang verrotten lassen, weil sie nicht genug verkaufen. Die indische Wirtschaft bricht zusammen. 

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