Reportagen live in München

Rund 14500 Tankstellen gibt es heute im Autoland Deutschland. Und selbst wer kein eigenes Auto besitzt, nutzt die nächste Tanke zum Einkaufen, weil ihre Shops in der Regel rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche aufhaben. Sehr praktisch. Was die meisten nicht wissen: Etwa 80 Prozent der deutschen Tankstellen werden für die großen Mineralölkonzerne von selbstständigen Pächtern geführt. Die unterzeichnen Knebelverträge und schuften oft 60 Stunden und mehr die Woche für einen Hungerlohn.
 
Manfred L. war neun Jahre lang Pächter einer Aral-Tankstelle. Menschenverachtend, ausbeuterisch und perfide nennt er das deutsche Tankstellen-System, das ihn an den Rand des finanziellen und gesundheitlichen Ruins brachte. Als er sich über die unzumutbaren Arbeitsbedingungen beschwerte, kündigte ihm Aral kurzerhand die Pacht. Der Berliner Journalist Richard Fuchs hat lange auf Tankstellen recherchiert. Dem Traum von grenzenloser Mobilität stellt sein eindringlicher Text, den er lesen und mit dem Publikum besprechen wird, ein vernichtendes Urteil aus.

Moderation: Dmitrij Gawrisch.

Donnerstag, 6. Juni 2019, 20.00 Uhr
Kulturschiff Alte Utting in München
Eintritt: EUR 10,– (Ermässigt EUR 7,–)

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