27. Mai 2024

True Story Festival 2024 erreicht 3000 Besucher:innen

Am Wochenende ist Bern zur Hauptstadt des globalen Journalismus geworden. Bei über 40 Publikumsveranstaltungen in der Innenstadt erzählten Journalisten und Journalistinnen aus aller Welt von ihren für den True Story Award 2024 nominierten Recherchen und von ihrer Arbeit. 3000 Besucher untermauern den Stellenwert des True Story Festivals als bedeutende weltweite Leistungsschau des Journalismus.   

Zum Festivalsauftakt am Freitagnachmittag berichteten anlässlich des Coummunity Events für die nominierten Reporter und Schweizer Journalistinnen Jean Peters und David Schraven über die Recherche von Correctiv über ein rechtsextremes Geheimtreffen in Potsdam. Die Enthüllung von Vertreibungsplänen hatte zu Jahresbeginn deutschlandweit zu Demonstrationen geführt. Danach sprach Holger Stark, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT, mit Stella Assange über die Situation ihres Mannes, WikiLeaks-Gründer Julian Assange, dem weiterhin die Auslieferung in die USA droht. Die Anwältin betonte, dass eine Verurteilung ihres Mannes in den USA dazu führen könne, dass weltweit kein Journalist mehr vor einer Strafverfolgung wegen Geheimnisverrats sicher sein könne.   

An der Award-Zeremonie am Freitagabend stellte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in ihrer Begrüssungsrede im Kursaal die Bedeutung von Journalismus heraus. Sie appellierte an die gesamte Gesellschaft, das Konzept von Wahrheit zu verteidigen. Der Schweizer Karikaturist Patrick Chappatte führte im Anschluss durch eine Galerie seiner politischen Cartoons aus den vergangenen Jahren. Bei der anschliessenden Preisverleihung wurde der indische Journalist Rahul Bhatia für seine Reportage The Trials of an Indian Witness: How a Muslim Man was caught in a Legal Nightmare mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Er erhielt ein Preisgeld in Höhe von 25 000 Schweizer Franken. Mit dem 2. Preis wurde die US-Reporterin Hannah Dreier für ihre Reportage The Kids on the Night Shift geehrt. Der 3. Preis ging an Juan José Martínez d’Aubuisson aus El Salvador für seine Geschichte We, the massacred.

Am Samstag und Sonntag erzählten 45 Journalist:innen aus 25 Ländern bei Publikumsgesprächen in acht Locations in der Berner Innenstadt von ihren Recherchen und lieferten dabei authentische Einblicke in ihre Arbeit. An den Veranstaltungen haben etwas mehr als 3000 Besucher teilgenommen. «Der Zuspruch unseres Publikums zeigt für mich, dass sich Menschen für spannende Geschichten und relevante Recherchen rund um den Globus interessieren. Und für einen direkten Austausch und die Hintergründe von journalistischer Arbeit», sagt die Programmleiterin des True Story Festivals, Rocío Puntas Bernet.

Bilder: Meinrad Schade